WordPress einrichten: Block-Editor, Plugins und Themes (Teil 2 von 3)
WordPress ist installiert, und jetzt? Teil 2 unserer Serie zeigt die wichtigsten Einstellungen nach der Installation, erklärt den Block-Editor (Gutenberg) mit seinen wichtigsten Blöcken und stellt die besten Plugins und Themes für Einsteiger vor, von Yoast SEO über WooCommerce bis Kadence.
3. April 2026
9 min Lesezeit
WordPress einrichten: Block-Editor, Plugins und Themes (Teil 2 von 3)
Dies ist Teil 2 unserer dreiteiligen WordPress-Serie für Einsteiger. In diesem Teil geht es um die wichtigsten Einstellungen nach der Installation, den Umgang mit dem Block-Editor und die besten Plugins und Themes für den Start.
Nach der Installation von WordPress ist das Dashboard der zentrale Arbeitsbereich. Bevor man mit dem Erstellen von Inhalten beginnt, sollte man einige wichtige Grundeinstellungen vornehmen.
Allgemeine Einstellungen (unter Einstellungen → Allgemein): Den Seitentitel und den Untertitel festlegen. Diese erscheinen in Suchergebnissen und im Browser-Tab. Die Zeitzone auf „Wien" bzw. UTC+1 setzen. Sicherstellen, dass die WordPress-Adresse und die Website-Adresse mit https:// beginnen.
Permalinks setzen (unter Einstellungen → Permalinks): Die Permalink-Struktur auf „Beitragsname" ändern. WordPress verwendet standardmäßig kryptische URLs wie ?p=123. Mit der Einstellung „Beitragsname" werden daraus lesbare Adressen wie meinedomain.at/wordpress-fuer-anfaenger. Das ist sowohl für Besucher als auch für Suchmaschinen deutlich besser.
Standard-Inhalte aufräumen: WordPress liefert einen Beispiel-Beitrag („Hallo Welt!"), eine Beispiel-Seite und einen Beispiel-Kommentar mit. Diese sollte man löschen. Ebenso das vorinstallierte Plugin „Hello Dolly", das keinen praktischen Nutzen hat. Nicht verwendete Standard-Themes kann man ebenfalls entfernen, sollte aber eines als Fallback behalten.
Lese-Einstellungen konfigurieren (unter Einstellungen → Lesen): Hier legt man fest, ob die Startseite die neuesten Blogbeiträge oder eine statische Seite zeigt. Für Unternehmens-Websites empfiehlt sich eine statische Startseite. Sicherstellen, dass die Option „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren" deaktiviert ist, sobald die Seite online gehen soll.
Ganz wichtig:
Wichtige Seiten erstellen: Jede Website braucht mindestens eine „Über uns"-Seite, eine Kontakt-Seite (mit Kontaktformular) und eine Datenschutzerklärung. WordPress bietet unter Einstellungen → Datenschutz eine Vorlage für die Datenschutzseite an.
Inhalte erstellen mit dem Block-Editor (Gutenberg)
Der Block-Editor (auch „Gutenberg" genannt) ist seit WordPress 5.0 (2018) der Standard-Editor für alle Inhalte. Wer noch nie mit WordPress gearbeitet hat, wird ausschließlich mit diesem Editor in Berührung kommen. Das Grundprinzip ist einfach: Jeder Inhalt besteht aus einzelnen Blöcken, die man hinzufügen, verschieben und individuell gestalten kann.
Die wichtigsten Blöcke für den Einstieg
Um einen neuen Block hinzuzufügen, klickt man auf das + Symbol im Editor oder tippt / gefolgt vom Blocknamen direkt in eine leere Zeile. Die am häufigsten genutzten Blöcke sind:
Absatz: Der Standard-Block für normalen Text. Wird automatisch erstellt, wenn man einfach losschreibt.
Überschrift: Für Zwischenüberschriften (H2, H3, H4). Wichtig für die Struktur und für SEO.
Bild: Bilder hochladen oder aus der Mediathek einfügen. Unterstützt Alt-Text, Bildunterschriften und verschiedene Größen.
Liste: Aufzählungen (mit Punkten) oder nummerierte Listen.
Spalten: Teilt den Inhalt in mehrere Spalten nebeneinander auf, zum Beispiel für Text neben einem Bild.
Buttons: Erstellt klickbare Schaltflächen mit individuellen Farben und Links.
Gruppe: Fasst mehrere Blöcke zusammen und ermöglicht es, ihnen einen gemeinsamen Hintergrund oder Rahmen zu geben.
Tabelle: Für einfache Datentabellen direkt im Inhalt.
So sieht der Arbeitsablauf aus
Wenn man einen neuen Beitrag erstellt (unter Beiträge → Erstellen), öffnet sich der Block-Editor. Oben gibt man den Titel ein. Darunter beginnt man direkt mit dem Schreiben. Der Editor arbeitet nach dem Prinzip „What You See Is What You Get" (WYSIWYG): Was man im Editor sieht, entspricht weitgehend dem, was Besucher auf der fertigen Website sehen.
In der rechten Seitenleiste findet man zwei Bereiche: Unter „Beitrag" legt man Kategorie, Tags, Beitragsbild und Auszug fest. Unter „Block" kann man den aktuell ausgewählten Block individuell anpassen (Farben, Schriftgröße, Abstände).
Block-Patterns und Full Site Editing (FSE)
Seit WordPress 6.x gibt es Block-Patterns: vorgefertigte Layouts aus mehreren Blöcken, die man mit einem Klick einfügen kann. Zum Beispiel eine komplette „Über uns"-Sektion mit Bild, Text und Button oder ein Preistabellen-Layout. Man findet sie im Block-Inserter (das + Symbol) unter dem Reiter „Patterns".
Full Site Editing (FSE) geht noch einen Schritt weiter. Mit einem Block-Theme (wie Twenty Twenty-Five, Astra oder Kadence) kann man nicht nur den Seiteninhalt, sondern auch Kopfzeile, Fußzeile, Seitenleisten und Vorlagen direkt im Block-Editor bearbeiten. Das findet man unter Design → Website-Editor. FSE macht separate Page-Builder-Plugins wie Elementor zunehmend optional, auch wenn diese weiterhin mehr Gestaltungsoptionen bieten.
Tipp: Für Einsteiger reicht der Block-Editor mit einem guten Theme wie Kadence oder Astra vollkommen aus. Page-Builder wie Elementor lohnen sich erst, wenn man komplexere Layouts ohne Code umsetzen möchte.
Was kann man mit WordPress alles machen?
WordPress hat sich weit über seine Blog-Ursprünge hinaus entwickelt. Durch die enorme Vielfalt an Plugins und Themes lässt sich fast jede Art von Website realisieren.
Blog: Die Ur-Disziplin von WordPress. Die Beitragsfunktion mit Kategorien, Tags, Kommentaren und RSS-Feed ist direkt eingebaut. Große Medien wie TechCrunch und das Time Magazine nutzen WordPress als Blog-Plattform.
Unternehmens-Website: Mit dem Block-Editor und Full Site Editing (FSE) lassen sich professionelle Firmen-Websites komplett ohne Code gestalten. Von der einfachen Visitenkarte bis zur umfangreichen Konzern-Präsenz ist alles möglich. Das Weiße Haus und NASA nutzen WordPress für ihre Websites.
Online-Shop: Mit WooCommerce (über 5 Millionen aktive Installationen) wird WordPress zur vollwertigen E-Commerce-Plattform. WooCommerce betreibt schätzungsweise 4,5 Millionen aktive Online-Shops weltweit (StoreLeads) und deckt physische Produkte, digitale Downloads, Abonnements und Buchungen ab. Die Grundfunktionen sind kostenlos.
Portfolio: Fotografen, Designer und Kreative nutzen WordPress, um ihre Arbeiten mit Galerien und Portfolios zu präsentieren. Plugins wie NextGEN Gallery oder FooGallery ergänzen die eingebaute Medienverwaltung.
Landingpages: Mit Page-Buildern wie Elementor oder dem nativen Block-Editor lassen sich conversion-optimierte Landingpages für Marketing-Kampagnen erstellen.
Online-Kurse und Lernplattformen: Plugins wie LearnDash, LifterLMS oder Sensei LMS (von Automattic) verwandeln WordPress in ein vollwertiges Learning-Management-System (LMS).
Mitglieder-Websites: Mit MemberPress oder Paid Memberships Pro lassen sich geschützte Bereiche mit kostenpflichtigen Mitgliedschaften erstellen.
Foren und Communities: BuddyPress und bbPress ergänzen WordPress um Foren- und Social-Network-Funktionen.
Mehrsprachige Websites: Mit WPML oder Polylang lässt sich jede WordPress-Seite in mehrere Sprachen übersetzen.
Plugins: Die wichtigsten Erweiterungen für Einsteiger
Plugins erweitern WordPress um zusätzliche Funktionen. Man installiert sie unter Plugins → Installieren direkt aus dem WordPress-Dashboard. Hier sind die wichtigsten Kategorien mit konkreten Empfehlungen:
SEO (Suchmaschinenoptimierung):Yoast SEO ist mit über 10 Millionen aktiven Installationen das bekannteste SEO-Plugin und bietet ein Ampelsystem zur Content-Analyse, XML-Sitemaps und Schema-Markup. Rank Math ist die stärkste Alternative mit 3+ Millionen Installationen und bietet in der kostenlosen Version bereits Features, die bei Yoast nur in der Premium-Version (ca. 119 €/Jahr) verfügbar sind: Redirect-Manager, 5 Fokus-Keywords pro Beitrag, 20+ Schema-Typen und Google-Search-Console-Integration.
E-Commerce:WooCommerce ist das unangefochtene Standard-Plugin für Online-Shops auf WordPress. Es ist kostenlos, wird von Automattic entwickelt und bietet Produktverwaltung, Warenkorb, Checkout, Zahlungsabwicklung und Versandoptionen. Durch die neue High-Performance Order Storage (HPOS) verarbeitet WooCommerce seit 2025 Bestellungen 5x schneller als zuvor.
Kontaktformulare:Contact Form 7 (5+ Millionen Installationen) ist kostenlos, leichtgewichtig und flexibel. WPForms (6+ Millionen Websites) bietet zusätzlich einen Drag-and-Drop-Editor und ist in der Lite-Version ebenfalls kostenlos.
Seitenerstellung (Page Builder):Elementor hat mit über 5 Millionen aktiven Installationen den visuellen Seitenaufbau per Drag-and-Drop revolutioniert. Rund 31 % aller WordPress-Websites nutzen Elementor (W3Techs). Die kostenlose Version reicht für den Einstieg, Elementor Pro (ab 59 $/Jahr) fügt Theme-Builder und WooCommerce-Widgets hinzu. Wichtig zu wissen: Wie im Abschnitt zum Block-Editor beschrieben, macht Full Site Editing klassische Page-Builder zunehmend optional.
Sicherheit:Wordfence (5+ Millionen Installationen) bietet eine Web-Application-Firewall (WAF), Malware-Scanner und Login-Schutz. Die kostenlose Version ist bereits sehr leistungsfähig. Mehr dazu in Teil 3: Sicherheit und SEO.
Backups:UpdraftPlus (3+ Millionen Installationen) erstellt automatische Backups und speichert sie in der Cloud (Google Drive, Dropbox, Amazon S3). In der kostenlosen Version sind geplante Backups bereits enthalten.
Performance und Caching:LiteSpeed Cache (7+ Millionen Installationen) bietet Server-Caching, Bild-Optimierung und CSS/JS-Minifizierung. WP Super Cache von Automattic ist die einfachste Caching-Lösung zum Einstieg. Wer ein Premium-Plugin investieren möchte: WP Rocket (ab 59 $/Jahr) gilt als das benutzerfreundlichste Caching-Plugin.
Anti-Spam:Akismet ist bei WordPress vorinstalliert und filtert über 99,99 % aller Spam-Kommentare. Für persönliche Websites ist es kostenlos.
Themes: Das Aussehen deiner Website
Ein Theme bestimmt das Aussehen der Website. WordPress unterscheidet heute zwischen klassischen Themes und Block-Themes. Block-Themes nutzen den Full Site Editor und erlauben es, Kopfzeile, Fußzeile und alle Vorlagen direkt im Block-Editor zu bearbeiten. Die Akzeptanz von Block-Themes ist 2025 um 145 % gestiegen (vapvarun.com). Alle Standard-Themes seit 2022 sind Block-Themes.
Das aktuelle Standard-Theme ist Twenty Twenty-Five, das mit jeder WordPress-Installation mitgeliefert wird. Es ist ein reines Block-Theme und demonstriert die Möglichkeiten von Full Site Editing. Für die meisten Projekte empfehlen sich jedoch spezialisierte Themes:
Für Einsteiger empfiehlt sich Astra oder Kadence, da beide eine große Auswahl an vorgefertigten Starter-Templates bieten, die man mit wenigen Klicks importieren kann.
Ihr wisst, was ihr wollt, aber nicht wie ihr es umsetzt?Fragon Studios hilft bei der Theme-Anpassung und beim Aufbau eurer WordPress-Website, damit das Ergebnis genau zu eurem Unternehmen passt.
Wie geht es weiter?
Deine WordPress-Website steht jetzt, der Block-Editor ist dir vertraut und die wichtigsten Plugins sind installiert. Im dritten und letzten Teil der Serie kümmern wir uns darum, dass das auch so bleibt: Sicherheit, regelmäßige Wartung und Suchmaschinenoptimierung (SEO), damit deine Website nicht nur gut aussieht, sondern auch gefunden und geschützt wird.