Von Danijel Balog, Gründer von Fragon Studios in Linz · Stand:
Welche Förderungen gibt es 2026 für Software in Oberösterreich?
Für interne Softwareprojekte passt derzeit genau ein Programm: DIGITAL.PLUS 26 von WKO OÖ und Land OÖ, mit bis zu 35 % und höchstens 7.000 € Zuschuss. Für echte Forschung und Entwicklung ist die FFG offen, KMU.DIGITAL ist ausgelaufen.
| Programm | Status | Förderung | Passt für |
|---|---|---|---|
| DIGITAL.PLUS 26 (WKO OÖ und Land OÖ) | offen bis 02.11.2026, Budget zu 90 % vergeben | max. 35 %, höchstens 7.000 € | interne Digitalisierung ab 12.000 € netto |
| FFG Basisprogramm 2026 | offen bis 31.12.2026, 11:00 Uhr | KMU in der Regel 50 %, bis 3 Mio. € | experimentelle Entwicklung mit technischem Risiko |
| FFG Kleinprojekt 2026 | offen bis 31.12.2026, 11:00 Uhr | 35-45 %, mit wissenschaftlichem Partner bis 50-60 %, max. 88.500 € | kleinere F&E-Projekte bis 150.000 € Kosten |
| FFG Innovationsscheck mit Selbstbehalt 2026 | offen bis 02.11.2026, 11:00 Uhr | bis 10.000 €, max. 80 % | nur Leistungen von Forschungseinrichtungen |
| KMU.DIGITAL 4.0 | ausgelaufen | keine Anträge mehr | nicht mehr verfügbar, ab 2027 nicht fortgeführt |
| aws Digitalisierung | alle Unterprogramme geschlossen | kein offener Call | derzeit nichts |
Zwei weitere Programme tauchen in Suchergebnissen auf, helfen bei Softwareentwicklung aber kaum. Der Digital-Marketing-Scheck von go-international fördert nur Online-Marketing im Export, Antrag bis 31.10.2026. aws Innovationsschutz advanced.IP betrifft Schutzrechte, nicht die Entwicklung selbst, und läuft bis 30.10.2026.
Eigene Programme des Landes OÖ konnten wir nicht prüfen. Fragen Sie dort direkt nach, bevor Sie ein Projekt ohne Förderung planen.
Passt mein Projekt zu einer Förderung?
Drei Fragen reichen für eine erste Einordnung: Sitz in Oberösterreich, Art des Projekts und ob die Kosten bei mindestens 12.000 € netto liegen.
Drei Antworten, dann sehen Sie, welche Programme in Frage kommen.
Stand der Angaben: 21.10.2026, aus den offiziellen Programmseiten. Verbindlich ist nur die jeweilige Förderstelle.
Der Check ersetzt keine Prüfung durch die Förderstelle. Er zeigt nur, welche offenen Programme grundsätzlich in Frage kommen.
Was fördert DIGITAL.PLUS 26?
DIGITAL.PLUS 26 ist die Digitalisierungsförderung von WKO OÖ und Land OÖ für interne Projekte von KMU mit Sitz in Oberösterreich, ab 12.000 € netto förderbaren Kosten. Gefördert werden bis zu 35 %, höchstens 7.000 € als De-minimis-Zuschuss.
Die Schwerpunkte sind Automatisierung, Datenmanagement und KI sowie IT-Sicherheit. Förderbar sind externe Dienstleister, Software und Anwendungen. Individualsoftware zählt nur, wenn Sie schlüssig darlegen, warum sie bestehenden Lösungen überlegen ist. Firmeninterne Apps, etwa für Mitarbeiter, sind ausdrücklich förderbar.
- KMU nach EU-Definition, auch Ein-Personen-Unternehmen
- Firmensitz in Oberösterreich und aktive WKO-OÖ-Mitgliedschaft
- mindestens 12.000 € netto förderbare Kosten
- mindestens 20 % davon Beratung oder IT-Dienstleistung
- keine Förderung aus Digital Starter 23/24 oder DIGITAL.PLUS 2025 erhalten
- Projektstart höchstens 10 Wochen vor dem Antrag, frühestens am 23.03.2026
- ein Projekt pro Mitglied
- keine eigenen IT-Lösungen oder Digitalisierungsleistungen im beantragten Bereich
Was ausgeschlossen ist
Websites, Webshops und B2C-Shops, Standardsoftware, Apps zum Verkauf im App Store und Produktentwicklung, also Software, die Sie selbst verkaufen wollen. Wer eine App für den Store oder ein eigenes Softwareprodukt plant, ist hier falsch.
Rechnen lohnt sich vorab. Bei 12.000 € förderbaren Kosten ergeben 35 % einen Zuschuss von 4.200 €. Ab 20.000 € greift die Obergrenze von 7.000 €, jeder weitere Euro bleibt bei Ihnen. Kleine interne Tools kosten bei uns 5.000 bis 20.000 € (Richtwerte unter Individualsoftware) und liegen damit oft unter der Schwelle, eine interne App ab 15.000 € meist darüber.
Bis wann kann man DIGITAL.PLUS 26 beantragen?
Laut Programmseite bis 02.11.2026, die FAQ der WKO OÖ nennt dagegen den 01.12.2026. Prüfen Sie das Datum vor dem Antrag bei der Förderstelle, denn das Budget war am 19.10.2026 schon zu 90 % vergeben.
Vergeben wird nach Eingang. Wer jetzt noch einreichen will, sollte keine Woche verlieren. Abgerechnet wird bis spätestens 31.03.2027. Bis dahin sollte das Projekt umgesetzt und bezahlt sein.
Die 10-Wochen-Regel wird leicht übersehen. Ein Projekt, das Anfang Juli gestartet ist, kann im Oktober nicht mehr gefördert werden. Für dasselbe Projekt dürfen außerdem keine anderen Förderungen beantragt oder zugesagt sein.
- 1
Projekt eingrenzen
Ziel, Umfang und Kosten so beschreiben, dass der Nutzen für interne Abläufe klar wird.
- 2
Angebot einholen
Schriftliches Angebot eines zugelassenen Dienstleisters, mit mindestens 20 % Beratung oder IT-Leistung.
- 3
Selbstcheck und Antrag
Den Selbstcheck auf der Programmseite durchlaufen, dann mit dem WKO-Account online beantragen und das Angebot hochladen. Den Antrag stellt Ihr Unternehmen selbst.
- 4
Umsetzen und abrechnen
Rechnungen und Zahlungsnachweise sammeln, Abrechnung bis 31.03.2027.
Darf eine Softwarefirma als Dienstleister beauftragt werden?
Bei DIGITAL.PLUS 26 ja: IT-Dienstleister mit aktiver Gewerbeberechtigung sind zugelassen. Beim FFG-Innovationsscheck nein, dort dürfen nur Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen die Leistung erbringen.
- Unternehmensberater mit Digitalisierungsschwerpunkt, IT-Dienstleister, Mechatroniker oder Ingenieurbüros aus der EU
- aktive Gewerbeberechtigung, kein zusätzliches Zertifikat nötig
- höchstens 25 offene Fälle je Dienstleister
- keine Verflechtung mit dem Antragsteller, weder über Beteiligung noch personell
Für ein DIGITAL.PLUS-Projekt liefern wir das Angebot so, dass Leistungen und Kosten für den Antrag sauber getrennt sind. Eine Förderberatung machen wir nicht. Ob Ihr Projekt gefördert wird, entscheidet allein die Förderstelle.
Beim FFG Basisprogramm und Kleinprojekt zählen externe Dienstleister als Drittkosten. Das setzt aber ein Vorhaben mit echtem technischem Risiko voraus. Eine Fachanwendung mit bekannter Technik ist keine experimentelle Entwicklung, auch wenn sie für Ihr Unternehmen neu ist.
Was tun, wenn keine Förderung passt?
Das Projekt so zuschneiden, dass es sich ohne Zuschuss rechnet, oder später starten. Für 2027 ist bisher nur die Fortführung des FFG-Innovationsschecks angekündigt, Details sind noch nicht veröffentlicht.
Planen Sie ein Projekt nie so, dass es nur mit Förderung wirtschaftlich ist. 7.000 € sind ein willkommener Zuschuss, retten aber kein Vorhaben, das sich sonst nicht rechnet.
Wenn noch unklar ist, was das Projekt kostet, hilft der Ratgeber Was Software in Österreich kostet. Für Apps gibt der App-Kostenrechner in zwei Minuten eine Spanne. Bei unklaren Anforderungen ist eine Machbarkeitsanalyse ab 3.000 € oft der bessere erste Schritt als ein Vollprojekt.
Häufige Fragen
Wie viel Förderung bekommt man für Software in Oberösterreich?
Bei DIGITAL.PLUS 26 bis zu 35 % der förderbaren Kosten, höchstens 7.000 €. Die Kosten müssen bei mindestens 12.000 € netto liegen, die volle Förderung erreichen Sie ab 20.000 €.
Wird eine Website oder ein Webshop gefördert?
Nicht über DIGITAL.PLUS 26. Websites, Webshops und B2C-Shops sind dort ausdrücklich ausgeschlossen. Für Online-Marketing im Export gibt es den Digital-Marketing-Scheck, Antrag bis 31.10.2026.
Gibt es KMU.DIGITAL noch?
Nein. Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft, Anträge sind nicht mehr möglich. Laut Programmseite wird es ab 2027 nicht fortgeführt.
Kann ein laufendes Projekt noch gefördert werden?
Nur wenn es höchstens 10 Wochen vor dem Antrag begonnen hat. Ältere Projekte fallen bei DIGITAL.PLUS 26 heraus.
Macht ihr den Förderantrag für uns?
Nein, den Antrag stellt Ihr Unternehmen selbst, und wir bieten keine Förderberatung. Wir liefern als IT-Dienstleister das Angebot und die Umsetzung, verbindlich ist immer die Förderstelle.