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Softwareentwickler beauftragen: Agentur, Freelancer oder Studio?

Ein fairer Vergleich der drei Modelle, eine Checkliste für die Auswahl und die Warnsignale, bei denen Sie besser weitersuchen. Geschrieben von einem kleinen Studio, das nicht für jedes Projekt die richtige Wahl ist.

Von Danijel Balog, Gründer, Fragon Studios · Zuletzt aktualisiert: 2026-10-22

Von Danijel Balog, Gründer von Fragon Studios in Linz · Stand:

Agentur, Freelancer oder kleines Studio: was passt zu meinem Projekt?

Für große Vorhaben mit Marketing und vielen parallelen Aufgaben passt eher eine Agentur, für klar umrissene Teilaufgaben ein Freelancer. Ein kleines Studio passt, wenn Sie ein abgeschlossenes Softwareprojekt von der Analyse bis zum Betrieb mit einem festen Ansprechpartner wollen.

Typische Stärken und Schwächen. Einzelne Anbieter weichen davon ab, deshalb lohnt das Gespräch.
KriteriumAgenturFreelancerKleines Studio
AnsprechpartnerProjektmanagement oder Account-Betreuungdie Person, die entwickeltdie Person, die den Code schreibt
VerantwortungGesamtprojekt, teils mit Subunternehmernmeist eine Aufgabe, die Führung bleibt bei IhnenGesamtprojekt von der Analyse bis zum Betrieb
Kapazitätmehrere Teams, parallele Arbeiteine Person, begrenzteine bis wenige Personen, ebenfalls begrenzt
Bandbreiteoft Design, Entwicklung und Marketingje nach Person Spezialgebiet oder Full-StackAnalyse, Design, Entwicklung und Betrieb
AusfallrisikoVertretung im Team möglichhängt an einer Personbei sehr kleinen Studios genauso, abgefedert durch Code beim Kunden und Doku
Abstimmungsaufwandmehr Stellen, mehr Übergabengeringgering
Gut geeignet fürgroße Programme, Kampagnen, viele GewerkeTeam-Verstärkung, klar definierte Aufgabenabgeschlossene Projekte inklusive Hosting

Marktpreise für die drei Modelle nennen wir hier bewusst nicht, dafür gibt es keine verlässliche Quelle. Unsere eigenen Preise stehen offen im Ratgeber Was Software in Österreich kostet.

Fragon Studios ist so ein kleines Studio, gegründet und geführt von Danijel Balog, der den Code selbst schreibt. Bei der Kapazität ist das nah am Freelancer. Der Unterschied: Wir verantworten Projekte als Ganzes, inklusive Analyse, Design und Hosting.

SEO- und Marketing-Kampagnen, Drupal, TYPO3 und reine WordPress-Shops machen wir nicht. Dafür sind spezialisierte Agenturen besser und oft günstiger.

Wer einen Freelancer länger ins eigene Team holt, sollte die Vertragsform prüfen. Entscheidend ist, wie die Zusammenarbeit gelebt wird, nicht was im Vertrag steht: Weisungen, feste Arbeitszeiten und die Eingliederung in den Betrieb sprechen für eine Anstellung. Wird ein Werkvertrag oder freier Dienstvertrag bei einer Prüfung umgedeutet, können Sozialversicherungsbeiträge für drei Jahre nachverrechnet werden, bei fehlender Sorgfalt für fünf. Die Wirtschaftskammern erklären die Abgrenzung in der Broschüre „Arbeitsvertrag, freier Dienstvertrag, Werkvertrag“.

Wie finde ich einen Softwareentwickler in Linz?

Über das Firmen A-Z der Wirtschaftskammer, über Unternehmen im Softwarepark Hagenberg und über Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk. Ein Anbieter aus der Region lohnt sich vor allem, wenn Ihnen persönliche Termine wichtig sind.

Im Firmen A-Z der WKO suchen Sie nach Branche und Ort, etwa nach IT-Dienstleistern in Linz oder Oberösterreich. Der Softwarepark Hagenberg im Mühlviertel ist ein Standort für Forschung, Ausbildung und Softwarefirmen.

Auch bei Anbietern aus der Region läuft der Großteil der Arbeit remote. Bei uns sind persönliche Termine in Linz und Umgebung möglich, mehr dazu auf Softwareentwicklung in Linz und Oberösterreich.

Worauf sollte man bei der Auswahl eines Softwareentwicklers achten?

Auf sieben Punkte: Code-Ownership, Hosting und DSGVO, einen festen Ansprechpartner, prüfbare Referenzen, ein Angebot auf Basis einer Analyse, klare Abnahme und eine Wartung ohne Zwang.

  1. 1

    Code-Ownership schriftlich klären

    Quellcode, Git-Repository und Nutzungsrechte sollten im Vertrag Ihnen zugesprochen werden. Fragen Sie auch, wer die Zugänge zu Hosting, Domains und Drittdiensten hält.

  2. 2

    Hosting und DSGVO prüfen

    Wo stehen die Server, wer hat Zugriff, gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO? Bei sensiblen Daten zählt, ob Daten in ein Drittland fließen.

  3. 3

    Festen Ansprechpartner vereinbaren

    Fragen Sie, wer Ihr Projekt tatsächlich umsetzt und ob Teile an Subunternehmer gehen. Ein Wechsel mitten im Projekt kostet immer Zeit.

  4. 4

    Referenzen wirklich prüfen

    Lassen Sie sich laufende Software zeigen, notfalls per Bildschirmfreigabe. Stehen Kundenprojekte unter Geheimhaltung, fragen Sie nach einem Referenzkontakt und danach, welcher Teil vom Anbieter selbst stammt.

  5. 5

    Angebot mit Analyse verlangen

    Ein seriöser Fixpreis braucht eine vorherige Analyse der Anforderungen. Bei uns dauert sie zwei bis zehn Tage.

  6. 6

    Abnahme festlegen

    Was gilt als fertig? Abnahmekriterien gehören vor Projektstart ins Angebot, sonst wird das Ende zur Verhandlung.

  7. 7

    Wartung und Ausstieg regeln

    Wartung sollte eine Option sein, kein Zwang. Klären Sie, wie die Übergabe aussieht, wenn Sie die Zusammenarbeit beenden: Dokumentation, Runbook, Zugänge.

Welche Warnsignale gibt es bei Softwareanbietern?

Ein klares Warnsignal ist ein Fixpreis ohne Analyse. Ähnlich ernst sind Verträge, in denen der Code beim Anbieter bleibt.

  • Fixpreis nach einem einzigen Telefonat, ohne Rückfragen
  • Quellcode bleibt beim Anbieter, Sie zahlen eine Lizenz für die eigene Software
  • Wartungsvertrag als Bedingung für das Projekt
  • Keine Zwischenstände bis kurz vor dem Liefertermin
  • Keine Abnahmekriterien im Angebot
  • Unklare Antwort auf die Frage, wo die Daten liegen
  • Nur Logos, auf Nachfrage weder Software noch Referenzkontakt
  • Preis deutlich unter allen anderen Angeboten, ohne nachvollziehbare Begründung

Ein einzelnes Signal ist noch kein Ausschlussgrund. Wenn sich mehrere häufen, sollten Sie weitersuchen.

Wie vergleicht man Angebote für Softwareentwicklung?

Nur auf Basis derselben Anforderung, am besten eines schriftlichen Lastenhefts. Danach zählt weniger die Endsumme als das, was drin ist und was nicht.

PunktWorauf achten
UmfangDecken alle Angebote dieselben Funktionen ab? Was ist ausdrücklich ausgeschlossen?
PreismodellFixpreis für klaren Umfang, Aufwand mit Wochen-Obergrenze für offene Arbeit
ÄnderungenWie werden neue Funktionen bepreist, vor oder nach dem Bauen?
Nicht enthaltenInfrastruktur, Lizenzen, API-Kosten von Drittanbietern
ZwischenständeWie oft sehen Sie, was entsteht?
GewährleistungFehlerbehebung an der Lieferung, getrennt vom laufenden Betrieb
Laufende KostenHosting und Wartung als eigene Position, mit Kündigungsfrist
EigentumCode, Repository, Nutzungsrechte und Zugänge

Wie Sie Anforderungen so aufschreiben, dass Angebote vergleichbar werden, zeigt die Lastenheft-Vorlage. Wer bei einem fremden Angebot unsicher ist, kann eine zweite Meinung einholen. Wir bieten das als technische Beratung zu 190 € pro Stunde an, unabhängig davon, wer später umsetzt.

Wie läuft eine Beauftragung bei uns ab?

Nach einem 30-minütigen Erstgespräch bekommen Sie innerhalb eines Werktags eine Preis- und Zeitspanne. Das verbindliche Angebot folgt nach einer Analyse von zwei bis zehn Tagen.

  1. 1

    Erstgespräch, 30 Minuten

    Unverbindlich. Wir klären, ob wir das Projekt ernsthaft liefern können, und sagen es, wenn nicht.

  2. 2

    Grobschätzung

    Preis- und Zeitspanne innerhalb eines Werktags.

  3. 3

    Analyse und Angebot

    Zwei bis zehn Tage zum Tagessatz von 1.100 €, also 2.200 bis 11.000 €. Je klarer Ihr Lastenheft, desto kürzer die Analyse. Danach ein schriftliches Angebot, meist zum Fixpreis.

  4. 4

    Umsetzung

    Danijel Balog bleibt Ihr Ansprechpartner und schreibt den Code selbst. Jede Woche eine Demo statt Status-Reports.

  5. 5

    Betrieb oder Übergabe

    Hosting auf Fragon Cloud in der EU oder saubere Übergabe an Ihr Team. Der Code gehört in jedem Fall Ihnen.

Individualsoftware und Apps unter 5.000 € nehmen wir nicht an. Unsere Case Studies unter Referenzen beschreiben eigene Produkte. Projekte zahlender Kunden veröffentlichen wir ohne Freigabe nicht im Detail.

Häufige Fragen

Was kostet ein Softwareentwickler pro Tag?

Bei uns 1.100 € netto für acht Stunden Engineering. Beratung wie Architektur-Reviews und Workshops kostet 190 € pro Stunde. Marktpreise anderer Anbieter nennen wir nicht, weil es dafür keine verlässliche Quelle gibt.

Was passiert, wenn ein kleines Studio ausfällt?

Bei uns hängt die Umsetzung an einer Person. Deshalb landet jeder Commit in Ihrem Repository. Jedes Projekt kommt mit Architekturdokument, Runbook und Onboarding-Guide, und der Stack ist Standard: Next.js, .NET, PostgreSQL. Ein anderes Team kann übernehmen.

Wie viele Angebote sollte man einholen?

So viele, wie Sie ernsthaft vergleichen können, und alle auf Basis derselben schriftlichen Anforderung. Unterschiedliche Briefings führen zu Angeboten, die sich nicht vergleichen lassen.

Freelancer oder Studio für ein MVP?

Wenn Sie selbst technisch führen und eine klar abgegrenzte Aufgabe vergeben, reicht oft ein Freelancer. Wenn Analyse, Design, Entwicklung und Hosting aus einer Hand kommen sollen, passt ein Studio besser. Mehr zu unserem Ansatz auf MVP-Entwicklung.

Quellen

Projekt zu vergeben?

Erzählen Sie uns davon. Wenn wir nicht passen, sagen wir es Ihnen im ersten Gespräch.